Texten fürs Internet – Was muss ich beachten?

Müssen Texte fürs Internet anders geschrieben werden als klassische Texte im Print?

Also als aller erstes, es ist noch kein Schreiberling vom Himmel gefallen. Ich höre es ganz oft, dass jemand meint, er könne nicht schreiben. Lesen sie viel und üben sie es immer wieder. Sie werden schnell merken, dass es immer leichter von der Hand geht.

Schreiben sie immer für ihre Leser und nicht für die Suchmaschinen. Bieten sie einen echten Mehrwert, indem sie wichtige und einzigartige Inhalte kommunizieren oder die Lösung eines Problems oder eine Frage erklären. Der Rest kommt dann ganz von selbst. Einzigartige Inhalte werden gerne von den Nutzern geteilt und somit ergibt sich der Mehrwert für die Suchmaschinen von ganz alleine.

Ideensammlung

Ich sammle meine Ideen für Online-Texte in meinen Notizen auf dem Smartphone. Immer wenn mir was einfällt, schreibe ich es mir gleich auf. Die Idee ist schneller wieder weg als man denkt. Diese Erfahrung musste ich leider schon sehr häufig machen.

Der Anfang ist immer das schwierigste… Um mir das zu erleichtern, beginne ich meine Online-Texte immer mit einer Liste aller Gesichtspunkte, die ich ansprechen möchte. Wenn man diese gleich in einem Textverarbeitungsprogramm niederschreibt, kann man sehr schnell und einfach auch an der Reihenfolge feilen.

Struktur und Tiefgang

Wichtig ist natürlich eine korrekt Rechtschreibung und Grammatik. Aber auch hier hilft das Textverarbeitungsprogramm bei der Überprüfung. Schreiben sie kurze, prägnante Sätze und verzichten sie auf unnütze Füllwörter. Fachtermini sollten sie nur dann verwenden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Diese Begrifflichkeiten sollten sie dann verständlich erläutern.

Der sogenannte „rote Faden“ ist das A & O. Leiten sie den Leser durch ihren Online-Text und bauen sie bestenfalls sogar eine Dramatik mit Spannungsbogen auf. Stellen sie am Anfang Fragen, deren Antwort nicht gleich offensichtlich ist sondern sich erst am Ende des Textes ergibt.

Werden sie tiefgründig. Kratzen sie das Thema nicht nur an der Oberfläche an sondern gehen sie ins Detail. Es gibt Studien die besagen, dass längere Online-Texte (über 3000 Zeichen) in den Suchmaschinen bessere Platzierungen erreichen als kürzere. Lesen sie mehr zum Thema Textlängen bei t3n.

Benennen und verlinken sie Quellen und Webseiten mit weiterführenden Themen.

Lesbarkeit der Online-Texte

Eine sehr gute Übersicht und Lesbarkeit erreichen sie durch Unterüberschriften und kurze Absätze von ca. 4 Zeilen. Heben sie wichtige Inhalte hervor, indem sie sie fett oder kursiv schreiben oder unterstreichen.

Überschriften enthalten bestenfalls maximal 6 Wörter, damit sie schnell im Sinn erfasst werden können. Passende Bilder, Grafiken, Videos, Audiodateien oder Slideshows (animierte Bildershow) lockern den Textfluss auf, bieten Abwechslung und können das Thema gut visualisieren oder vertiefen.

Mitreißend Texten

Fassen sie nicht nur Fakten zusammen, sondern beziehen sie Stellung auch wenn sie damit mal anecken. Das macht sie glaubwürdig und authentisch. Sie können den Leser mitreißen indem sie Empathie erzeugen. Der Leser sollte sich verstanden fühlen und mitfühlen können. Das bedeutet, dass sie ruhig auch mal eigene Fehler zugeben sollten aus denen sie gelernt haben.

Keywords beim Schreiben beachten

Ich überlege mir immer im Vorfeld, welches wichtigste Schlagwort am besten meinen Online-Text umschreibt. Das ist dann mein sogenanntes „Keyword“. Wenn sie mit ihrem Text soweit fertig sind, gehen sie ihn einfach noch einmal durch und überlegen sie an welcher Stelle sie ein Wort passend durch das „Keyword“ ersetzen können.

Wichtig sind an der Stelle Titel, Überschriften, Bildunterschriften, Alternativtexte für Bilder, Dateibezeichnungen. Aber auch im Text sollte das Keyword dann ab und an untergebracht werden. Kristine Honig-Bock hat in ihrem Beitrag „SEO ist einfach nur Struktur“ das Thema Keywords und Suchmaschinenoptimierung (SEO) wunderbar einfach erläutert.

Kontrolle der Online-Texte

Die Rechtschreib- und Grammatikkontrolle ist selbstverständlich. Lassen sie den fertigen Online-Text ruhig mal eine Nacht, besser noch ein paar Tage liegen. Lesen sie ihn dann noch einmal laut vor oder lassen sie ihn sich vorlesen (dafür können sie auch die Sprachausgabe ihres PCs nutzen). Sie werden staunen, was man dann noch alles findet, was verbesserungswürdig ist.

Fazit

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Meine Meinung dazu ist ein klares „ja“, beim Texten fürs Internet müssen ein paar Dinge anders gemacht werden als im Print.

Es ist bereits nachgewiesen und sie können es sicher aus eigener Erfahrung bestätigen, dem Mensch fällt es schwerer am Bildschirm zu lesen als auf Papier. Das liegt zum einen daran, dass das Auge am flimmernden Bildschirm schneller ermüdet und das Lesen als anstrengend empfunden wird. Zum anderen fällt es schwerer in langen unstrukturierten Textabschnitten überhaupt immer in der richtigen Zeile zu bleiben.

Natürlich dürfen wir das Thema Suchmaschinen nicht vergessen. Wenn sie kein einziges Mal das „wichtigste Keyword“ im Text verwenden bzw. es nur einmal in einer Überschrift nennen, dann wird ihr Online-Text natürlich nur schwerlich über die Suchmaschinen zu finden sein.

Wenn sie also die oben aufgeführten Punkte anwenden, werden sie sehr schnell merken, dass ihre Texte leichter von der Hand gehen und besser beim Leser ankommen.

Probieren sie es aus!

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