Allfacebook Marketing Conference – Die BILD zu Messenger-Diensten

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Autor: Heike Schmidt
Allfacebook Marketing Conference – 06.10.2016 – Berlin – Teil 2

 

Allfacebook Marketing Conference 2016 in Berlin – Die BILD und der Einsatz von Messenger-Diensten 

 

Ich BILD mir da mal ’ne Meinung!

bildschirmfoto-2016-10-13-um-22-02-10Unter diesem Motto machte ich mich nach einer kurzen Pause auf zu Programmpunkt Nummer 2 und zu Malte Goesche (Head of New Platforms bei der BILD), der mich mit dem Thema „Facebook Messenger als Teil der Distributionsstrategie“ abholen sollte.

Vorab hatte ich mir schon einige Gedanken zum Einsatz von Messenger-Diensten in der Unternehmenskommunikation gemacht. Vor allem WhatsApp und der Facebook-Messenger hatten sich in mein Blickfeld geschoben, sind es doch die beliebtesten Messenger weltweit. Deshalb zog mich dieser Programmpunkt auch gespannt in Saal 2, in der Hoffnung mehr zu erfahren über diese für mich doch noch etwas undurchsichtige Welt.

Malte berichtete anschaulich, wie sich die Tageszeitung schon recht frühzeitig mit dem Thema Messenger-Diensten auseinandergesetzt hat und damit weltweit als Vorreiter beim Einsatz von WhatsApp und Co. gilt. Alles begann mit einem Testballon zum Dschungel Camp im Jahr 2015. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass jeder diese Sendung kennt (aber nicht guckt) 😉 Mit Ausstrahlung der ersten Folge konnten sich 1000 Nutzer auf einer WhatsApp-Broadcastliste anmelden, die nun aktuell die brandheißesten Informationen über das Geschehen der Dschungel Camp Bewohner  bekamen.

Exkurs: Broadcastlisten? Bitte was?

Mit WhatsApp hat man die Möglichkeit Broadcastlisten zu erstellen, die wie folgt funktionieren:

  • Erstellen einer Broadcastliste über WhatsApp am Handy
  • Hinzufügen der Kontakte
  • Wichtig: Auch hier Double-Opt-In beachten (Start-Nachricht vom Nutzer, weiteres bestätigen des Dienstes)
  • Der Absender kann nun an die Empfänger Nachrichten versenden
  • Nur der Absender sieht Handynummer und Profil des Empfängers (im Unterschied zur Gruppe)
  • Der Empfänger kann antworten, ohne das die restlichen hinzugefügten Empfänger diese Antwort sehen können
  • Der Absender kann diese Antworten individuell beantworten

So oder so ähnlich funktionierte nun auch die WhatsApp-Broadcastliste der BILD Zeitung zum Dschungel Camp. Doch so ganz fehlerfrei und komplikationslos lief das dann doch nicht, die BILD lernte viel, entwickelte Ideen zur Verbesserung, scheiterte aber schlussendlich dann an den Nutzungsbeschränkungen, die die kommerzielle Nutzung von WhatsApp bislang noch ausschließt.

So entschied sich die BILD das kleine Start-Up aus Berlin, spectrm, zu beauftragen, ihnen ein Facebook-Messenger Bot zu entwickeln. Übrigens – um das hier noch einmal zu betonen – die BILD-Zeitung ist hier weltweit das erste Unternehmen, welches in dieser Form den Facebook-Messenger genutzt hat. Und klar ist auch, wenn was neu entwickelt wird, krankt´s und hakt´s hier und da häufig, die Anwendung lief selten fehlerfrei. Aber man lernte und optimierte weiter an der Technik und das tun sie wohl heute noch.

Mittlerweile konnten erfolgreich Ticker-Meldungen im Facebook-Messenger eingebunden werden, die von den Usern rege genutzt werden. Da wäre z. B. der besagte Dschungel Camp Ticker oder der beliebte Fussball-Transferticker!

Wer sich das alles nicht so richtig vorstellen kann (war auch für mich schwierig), der probiere sich einfach mal selbst. Geht dazu einfach auf die Facebookseite der BILD und klickt auf „Nachricht senden“ und schaut was passiert.

bild-beispiel-messenger

 

Was die BILD gelernt hat…

…was allerdings nicht bedeuten soll, dass das für alle so zu erwarten wäre.

  • 7 Nachrichten/ Tag sind ideal
    (OK, wenn man die BILD ist, ist das vielleicht OK, aber ich denke das 2-3 Nachrichten/ Tag vollkommen ausreichend sind. Man will ja niemanden vergraulen)
  • 50 % der Nutzer wünschen sich einen Link mit Hintergrundinformationen
    (das bedeutet: Weniger BlaBla in der WhatsApp, mehr BlaBla auf der Website)
  • Der Content zählt und nicht dessen Aufbereitung
    (man schließe daraus: hübsche bunte Bildchen sind nebensächlich bzw. nicht erwünscht, hier geht´s lediglich um harte Fakten)
  • 2/3 der Empfänger lesen direkt nach dem Empfang die Meldung
  • 50 % der Empfänger teilen die Meldung
  • jeder Link wird mehr als 1x angeklickt
    (die CTR ist im Messenger 4x höher als bei einem normalen Facebook-Post)


The Next Big Thing: Messenger-Dienste und Bots 

Malte gibt zum Schluss noch einen kleinen Ausblick! JA, JA, JA…Messenger-Dienste und Bots sind das nächste große Ding. Er selbst, sieht es vor allem für E-Commerce und Dienstleister als entscheidendes Marketingtool in der Zukunft.

Und auch das soll mein Fazit sein! Messenger-Dienste sind für alle der nächste unumgängliche Schritt für eine verbesserte, schnellere und serviceorientierte Kundenkommunikation, davon bin ich überzeugt.

Ich bin sehr gespannt was uns hier, in diesem oder spätestens im nächsten Jahr, noch erwartet. Ich für meinen Teil beobachte interessiert weiter.

Im den folgenden Blogbeiträgen werde ich mich mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Let´s talk about Politics! Facebook für politische Kommunikation
  • Am Anfang steht der User – ADAC Mitgliedereinbindung im Social Web
  • Fight of Attention – individueller Content für unterschiedliche Zielgruppen, Transmediales Storytelling bei RTL2

Lest auch:

Eure Heike

 

Alle Slides der Präsentation von Malte findet ihr hier:

 

Sketchnotes von Ekaterina Budnikov:

 

 

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